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Press Release

21. November 2014

Biohalle „Mehr Platz für Leben“: Hühnermobil, Mühlenfahrrad und Regenwurmschaukasten veranschaulichen, wie biologisch Landwirtschaft sein kann

Berlin, 21. November 2014 – Der Bio-Lebensmittelmarkt wächst und wächst. Die Verbraucher legen immer mehr Wert darauf, dass Getreide, Obst und Gemüse ohne Gentechnik, ohne leichtlösliche Mineraldünger und ohne chemisch-synthetische Pflanzenschutzmittel produziert und Tiere artgerecht gehalten werden. Auf der Internationalen Grünen Woche Berlin können Besucher unter dem Motto „Mehr Platz für Leben“ vom 16. bis 25. Januar in der Biohalle 1.2b ökologische Produkte aller Art kosten und sich unter anderem über tiergerechte Hühnerhaltung, die Beschaffenheit unserer Böden und vieles mehr informieren.

Wirtschaftlich und in der Fläche ein stetes Plus

Mit Bio-Lebensmitteln und –Getränken wurde in Deutschland 2013 laut Erhebungen des Bio-Dachverbandes Bund Ökologische Le-bensmittelwirtschaft (BÖLW) ein Umsatzplus von 7,2 Prozent er-reicht. Das entspricht einem Marktvolumen von insgesamt 7,55 Mil-liarden Euro. Zum Vergleich: 2012 wurden 7,04 Milliarden Euro mit Bio-Lebensmitteln umgesetzt.

Auch die ökologisch bewirtschaftete Fläche wuchs 2013 um mehr als 25.000 auf 1.060.669 Hektar, ein Plus von zwei Prozent gegen-über 2012. Die Zahl der Bio-Betriebe stieg im selben Zeitraum auf 23.271 Betriebe, 239 Betriebe mehr als 2012. Besonders gefragt bei den Bio-Kunden sind Bio-Kartoffeln, -Joghurt, -Gemüse und –Milch. Auch Bio-Obst wanderte zuhauf in die Einkaufskörbe: 2013 gaben die Deutschen satte zwanzig Prozent mehr für Bio-Früchte aus als im Vorjahr – am beliebtesten war dabei die Bio-Banane. Eier stammen inzwischen zu 14 Prozent von Bio-Hennen.

Experimente mit Erde

Die 48 Quadratmeter große Aktionsfläche des Bio-Verbandes Na-turland widmet sich dem Thema „Öko-Boden“. Neben dem Kletter-spaß an der großen Boulderwand können Kinder und Jugendliche von drei verschiedenen Böden, auf denen unterschiedliche Kultur-pflanzen gedeihen, Bodenproben nehmen und untersuchen. Un-ter fachkundiger Leitung werden einfache Experimente durchge-führt, um zum Beispiel die Qualität der Böden zu bestimmen. Au-ßerdem werden Pigmente aus den Böden gefiltert, aus denen dann Farben gemacht werden. Und es warten auch tierische Experimente auf die jungen Gäste: Ein Maulwurftisch und ein Regenwurmschaukasten veranschaulichen die Bedeutung der Tiere für das Erdreich.

Kühe mit Hörnern und Kühe ohne Hörner

Kühe mit Hörnern sieht man in der Landwirtschaft nur noch selten. Bei Rindern von Bauern, die nach den anthroposophischen Regeln des Anbauverbandes Demeter wirtschaften, bleiben die Hörner erhalten. Die strengen Demeter-Richtlinien schreiben hörnertragende Rassen für Milchvieh vor. Denn die Hörner sind ein Wesensmerkmal der Wiederkäuer. Als Sinnes- und Sozialorgan haben sie eine große Bedeutung für die Tiere und sind außerdem für den Stoffwechsel wichtig. Der Kuh ihre Hörner zu lassen, ist somit ein Zeichen von Respekt, wie die Demeter-Bauern in Halle 1.2b erläutern.

Mobile Hühner und Frieda, das Beispielküken

Der Bioland e.V. fährt mit einem praxisnahen Hühnermobil vor. Auf hundert Quadratmetern wird so das Prinzip ökologischer Hühnerhaltung veranschaulicht. Hier wird tiergerechte Hühner-Haltung erfahrbar! Die Besucher können vor Ort beobachten, was Öko-Tierhaltung bedeutet und wie die Hühner in beweglichen Ställen viel Platz zum Scharren und Picken haben. Speziell für Kinder ist die Aktion „Mit Bioland-Küken Frieda auf Entdeckungsreise“ konzipiert. Wie aus dem Küken Frieda eine Henne wird und wie diese dann das Ei produziert, erklären die Hühnerexperten auf dem Bioland-Hof Schritt für Schritt.

Mühlenfahrrad und Flockenpresse

Von echtem Schrot und Korn ist die vom Biokreis e.V. gestaltete Aktionsfläche. Zum Anfassen und Riechen werden verschiedene Getreidesorten präsentiert. Mit einem Mühlenfahrrad und der dazu-gehörigen Flockenpresse können Grüne Woche-Besucher selbst Getreide zu Mehl machen oder Hafer zu Haferflocken pressen.

Debut der BIO COMPANY

Erstmals auf der Grünen Woche stellt die Berliner BIO COMPANY gemeinsam mit ihren regionalen Partnern aus Berlin und Brandenburg aus. Im Mittelpunkt steht dabei die Zusammenarbeit zwischen Landwirtschaft, Verarbeitung und Handel, die den Kunden ein breites Sortiment an regionalen Bio-Produkten zu vernünftigen Preisen garantiert. Unterm Funkturm können die Besucher eine handwerkliche Molkerei bestaunen, Bauern aus dem Spreewald persönlich kennenlernen, mit Berliner Bäckern sprechen oder Havelländischen Fleischern bei der Arbeit zusehen. Speziell für die Grüne Woche hat die BIO COMPANY das Familienspiel „Vom Acker bis zum Teller" entwickelt, bei dem Groß und Klein den Weg der regionalen Produkte nachspielen und miterleben können.

BÖLN präsentiert das Bühnenprogramm

Zentraler Aussteller in der Biohalle ist das Bundesprogramm Ökologischer Landbau und andere Formen nachhaltiger Landwirtschaft (BÖLN). Das BÖLN präsentiert erlebnisorientierte Informationen, Aktionen und Kostproben. Das Thema „Regionalität“ steht besonders im Fokus. Bauern aus dem Netzwerk Demonstrationsbetriebe Ökologischer Landbau stellen sich und ihre Produkte vor.

Noch mehr Bio bietet das Live-Programm auf der Bio-Bühne. Neben regionalen Spezialitäten, sinnlichen Wein- und Käsedegustationen gibt es Zubereitungstipps für leckere Smoothies von Bio-Spitzenkoch Dr. Harald Hoppe.

Bei der „Regionalen Einkaufstour“ können Messegäste regional erzeugte Bio-Lebensmittel probieren und dabei Besonderheiten der lokalen Produktion erfahren. Die neue Lust am Selbermachen liegt voll im Trend – in der eigenen Küche und im eigenen Garten. Auf der Bühne werden dazu passend spannende Formate präsentiert.

In der morgendlichen Mitmachaktion für Schulklassen „Frühstückspause – Fit in den Tag“ erfahren Schüler und Lehrer, warum ein gesundes Frühstück die notwendige Energie für Kopf und Körper liefert. Spannende Präsentations- und Talkformate mit prominenten Politikern, Ausstellern, Experten, Schulklassen und der Moderatorin Sylvia Acksteiner runden das abwechslungsreiche Programm ab.

Mit dem neuen „Bundeswettbewerb Ökologischer Landbau“, der den bisherigen „Förderpreis Ökologischer Landbau“ ablöst, werden praxisbewährte, innovative Leistungen oder besonders nachhaltige gesamtbetriebliche Konzeptionen ausgezeichnet. Am 22. Januar 2015, dem Tag des Ökologischen Landbaus, zeichnet das Bundesministerium für Ernährung und Landwirtschaft die Siegerbetriebe im Rahmen einer festlichen Veranstaltung aus.

Weitere Informationen:

Bund Ökologische Lebensmittelwirtschaft e.V. (BÖLW)

Joyce Moewius, +49 (0)30 28482 307, moewius@boelw.de