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Press Release

21. January 2015

Grüne Woche aktuell: 21. Januar 2015

Aktueller Hinweis: Parallel zu den drei letzten Grüne Woche-Tagen (23.-25.1.) beginnen mit der „V-Delicious“ und „Allergy & Free From Show“ zwei neue Gastveranstaltungen in Halle 26b, die auch mit der Grünen Woche-Eintrittskarte besucht werden können.

Zahl des Tages

Das Deutsche Karakulschaf ist die gefährdete Nutztierrasse des Jahres 2015. 234 Tiere umfasst die aktuelle Population in Deutschland. Auf der Internationalen Grünen Woche sind in Halle 25 ein Bock, acht Muttertiere und ein Dutzend Lämmer zu Gast.

200.000. Besucher freut sich auf Tiere und Blumen

Der Berliner Martin Weller ist zum ersten Mal auf der Internationalen Grü-nen Woche – und schon wird er als 200.000. Besucher geehrt. Orientierungsprobleme hat er nicht, denn seine Begleiterin im Leben und auf der Messe, Nancy Kreher, war schon öfter da. Sie arbeitet im Bekleidungshaus, er beginnt eine Ausbildung bei der Polizei. Freuen dürfen sie sich am Eingang Süd über einen großen Präsentkorb mit Bioprodukten und einen Blumenstrauß. Nancys Hauptinteresse: „Gucken, was es Neues bei den Haushaltsgeräten gibt.“ Martin ist gespannt auf “die Blumen und die Tiere“. Kein Problem: Der Weg in die Blumenhalle führt durch die Stände der Haushaltshilfen. „Ich habe vorletztes Jahr eine Küchenreibe gekauft, die funktioniert ganz fantastisch“, freut sich Nancy.

V-Delicious: neue Messe für Vegetarier und Veganer

Die neue Veggiemesse „V Delicious“ feiert diese Woche in Berlin Premiere. Die Show findet vom 23. bis 25. Januar in Halle 26b der Messe Berlin statt. Sie erkennt den Trend der Zeit und bietet Besuchern die Möglichkeit, von Speisen und Getränken über Kosmetika, Haut- und Haarpflegeprodukten bis hin zu Kleidung und Lifestyle-Produkten für Vegetarier und Ve-ganer zu probieren. Denn laut einer repräsentativen Forsa-Umfrage im Auftrag des VEBU (Vegetarierbund Deutschland) ernähren sich etwa 900.000 Menschen in Deutschland komplett vegan; fast sieben Millionen Bundesbürger sind Vegetarier und geben entsprechend Geld aus: Händler veganer Produkte verzeichneten 2012 einen Jahresumsatz von über 232 Millionen Euro, für vegetarische Lebensmittel gaben die Deutschen im selben Jahr insgesamt fast sechzig Millionen Euro aus. Der deutsche Lebensmitteleinzelhandel (LEH) verzeichnet seit 2008 ein stetes Wachstum von jährlich rund dreißig Prozent im Verkauf von vegetarischen Teilfertig-produkten. Ein glutenfreies Kochstudio und ein Daosin-Seminarbereich sind integriert. Halle 26b, Kontakt: Kirsten Whitehouse, T: +44 (0)1727 238205, M: Kirsten@v-delicious.de

Für Allergiker: Allergy & Free From Show

Eine weitere neue Gastveranstaltung, die „Allergy & Free From Show“, feiert vom 23. bis 25. Januar auf dem Berliner Messegelände Premiere. Sie wendet sich an Millionen von Menschen, die mit Allergien, Zöliakie, Atemwegsbeschwerden, jeglichen Unverträglichkeiten, Hautproblemen und Chemikaliensensibilitäten leben. In dieser Erlebniswelt finden die Besucher Produkte ohne Gluten, ohne Milch, ohne Nüsse und ohne Chemikalien. Die „Allergy & Free From Show“ und die „V Delicious“ fanden in den vergangenen Jahren bereits mit großem Erfolg in Großbritannien statt. Halle 26b, Kontakt: Kirsten Whitehouse, T: +44 (0)1727 238205, M: Kirsten@v-delicious.de

Schüler-Pressekonferenz: Kritische Fragen zu Böden

Die Vereinten Nationen haben 2015 zum „Internationalen Jahr des Bodens“ ausgerufen. 100 Nachwuchs-Journalisten aus Berliner und Brandenburger Gymnasien haben sich hierzu Gedanken gemacht. Während der Schülerpressekonferenz im ErlebnisBauernhof auf der Grünen Woche hatten die Fünft- bis Zwölftklässler Gelegenheit, Politiker und Experten zu diesem Thema zu befragen. Immer wieder schnellten unzählige Finger in die Höhe. Wie giftig Pflanzenschutzmittel denn seien, beschäftigte eine Schülerin. Dr. Maria Flachsbarth vom Bundeslandwirtschaftsministerium antwortete, dass nicht mehr als nötig von gut ausgebildeten Landwirten eingesetzt werden, weil sie ja die Böden schützen wollten. Ob Fracking eine Bedrohung für Böden darstellt, lautete eine weitere Frage. Die Antwort: Fracking dürfe zu keiner Umweltgefahr führen, so Steffen Pingen vom Deutschen Bauernverband: „Es dürften nur Stoffe eingesetzt werden, die vom Bundesumweltamt als ungefährlich eingestuft wurden“. Professor Thomas Scholten, Präsident der Deutschen Bodenkundlichen Gesellschaft, fasst den Tag zusammen: „Über Böden zu diskutieren hilft, das Bewusstsein für die endliche Ressource zu stärken.“ Kontakt: Bernd Schwintowski, T: 0177-3066060, M: info@schwintowski.com

Entwicklungsminister Müller lobt Transparenz der Bio-Unternehmen

Während seines Rundgangs über die Grüne Woche am Dienstag lobte Gerd Müller, Bundesminister für wirtschaftliche Zusammenarbeit und Entwicklung, die Transparenz von ökologischen Betrieben, die auf der Messe ausstellen. Nachvollziehbare Lieferketten garantierten die Sicherheit von Produkten und Erzeugnissen genauso wie die sozialen Standards aller, die an der Herstellung beteiligt sind. Das mache sie „vorbildlich und modern“, so Müller. Während er die Bio-Halle 1.2 besuchte, unterhielt er sich mit Steffen Reese, Vorstand Forum Fairer Handel über das Thema Unternehmensverantwortung im internationalen Handel. „Die Landwirtschaft ist anderen Industrien um 20 Jahre voraus“, sagt er. Eine Näherin aus Bangladesch erhalte für das Nähen einer Jeans durchschnittlich 15 Eurocent pro Stunde. Das Kleidungsstück kostet aber 150 Euro im Einzelhandel. Warum, werde selten klar. Die Transparenz der Lieferketten in der Landwirtschaft verhindere solche Missstände. „In der Hinsicht seid ihr Pioniere“, richtete er sein Lob an die Aussteller und die Grüne Woche, die diesen Ausstellern eine Plattform bietet. „Nächstes Jahr komme ich zur Eröffnung“, fügte er hinzu.

Italien präsentiert erstmals Parmesan aus Milch roter Kühe

Matteo Franceschini ist einer von nur 25 Bauern aus Reggio Emilia, dem einzigen Ort, in dem die norditalienische Rinderrasse Rotkuh (Vacche Rosse) gezüchtet wird. Sie grast auf Weiden, auf denen rund 100 verschiedene Kräuter wachsen und liefert dank ihrer hochwertigen Proteine und Kasein, eine Milch besonderer Qualität. Daraus entsteht der Parmigiano-Reggiano-Käse, der nach Reifezeiten von sechs bis 40 Monaten auf den Markt kommt. Die Messe nutzt man, um das einzigartige Produkt auch in Deutschlands bekannt zu machen. Ebenfalls im Angebot sind Ricotta und Butter aus der Milch der roten Kuh (Halle 17, Stand 105). Guiseppe und Antonio haben mit ihrer Firma La Dolce Sicilia wieder Spezialitäten aus ihrer sizilianischen Heimat mitgebracht, darunter fünf Arten der nur in Trapani hergestellten Pasta Trapanese, Cannoli (frittierte Teigrollen mit leckeren Cremefüllungen) und die Rollini genannten, gefüllten Bisquitrollen (Stand 112b). Schon seit 20 Jahren präsentieren Daniel Enrique Pepa und Paulina Ester Genna mit ihrer Firma Boscariol Naturprodukte aus Ligurien wie Olivenpaste, Pesto, Konfitüre aus roten Zwiebeln sowie gefüllte Artischocken und Paprika (Stand 122). Salami, Parmaschinken, Gelati und Wein dürften in Halle17 natürlich nicht fehlen und runden das Angebot ab.

Niederlande: Tomaten an Tauen

Die Niederlande sind der älteste ausländische Aussteller der Grünen Woche und natürlich auch bei der Jubiläumsausgabe im Jahr 2015 dabei. Der Tulpengarten mit etwa 20.000 Blumen ist auch in diesem Jahr der Blickfang des niederländischen Pavillons. Besucher können sich über die Nachhaltigkeitsinitiative der niederländischen Schweinefleischproduktionskette informieren, die vorsieht, bis 2020 in Sachen Nachhaltigkeit weltweit führend zu sein. Die Organisation GroentenFruit Huis erläutert, wie Nützlinge statt chemischer Mittel zur Bekämpfung von Schädlingen eingesetzt werden. Ton Janssen verkauft nicht nur Tomaten, sondern zeigt an seinem Stand auch die moderne Tomatenzucht: Die Tomatenpflanze wächst an einem Tau nach oben und kann so bis zu 15 Meter lang werden. Da die Gewächshäuser natürlich nicht so hoch sind, lassen die Züchter die Pflanzen am wachsen, schlingen das dann aber jede Woche um, sodass die Stämme knapp über dem Boden hängen. Halle 18, Kontakt: Femke Meijer, T: +49 30 20956338, +49 160 96362170, M: Femke.Meijer@minbuza.nl

Malaysia lockt mit Hühner-Curry und Schweine-Spießchen

Daheim im Urlaubsparadies Penang ist das Familienunternehmen Skyhorse auf das Event-Catering spezialisiert. Jetzt will Firmenchefin Diana Delmotte die malaysische Küche auch den Europäern näher bringen und startet damit auf der Grünen Woche. Täglich frisch zubereitet werden am Stand Hühner-Curry und Schweine-Spießchen, die mit Reis oder Nudeln serviert werden. Eine weitere Spezialität sind Eier in Sojasoße. Wer es zu Hause nachkochen will, kann spezielle Nudeln und eine besondere Currypaste, die zu Hühner- und Lammfleisch passt, erwerben. Malaysisches Curry unterscheide sich im Geschmack deutlich vom Curry aus Thailand oder Vietnam, so Diana Delmotte. Mit den kulinarischen Highlights will man auch für das Land werben und hofft in Zukunft auf einen größeren Messe-Auftritt mit Unterstützung des Fremdenverkehrsamtes.Halle 6.2, Stand 118, Kontakt: Diana Delmotte, T: +6016 5553934, M: kevindiana@hotmail.com

Mongolei: Warme Kleidung und bekömmlicher Teegenuss

Luftgetrockneter Bergtee aus der Mongolei sowie milder Wodka aus natürlich gereiftem Sommerwei-zen und kristall-klarem Bergwasser können Besucher auf der Internationalen Grünen Woche verkosten. Falls es ihnen auch nach dem Getränkegenuss noch kalt sein sollte, bringen hochwertige Socken aus Yak- oder Kamelwolle sowie Mützen die Wärme wieder zurück. „Außerdem bieten wir Figuren, Dosen, Decken und weiteres Kunsthandwerk an“, sagt Natsagdorj Nyamtsooj, der zusammen mit seiner Frau die Produkte aus seiner Heimat präsentiert. Halle 10.2, Stand 111 Kontakt: Natsagdorj Nyamtsooj, T: 0177-8965568, M: gazarch@t-online.de

Kolumbiens beste Bohne

„Kaffee muss sein wie die Küsse eines Mädchens am ersten Tag: süß wie die Nächte und schwarz wie die Flüche ihrer Mutter, wenn sie es erfährt.“ So lautet der Slogan der Galeria el dorado, bei der zahlreiche Besucher den außergewöhnlichen Kaffee Kolumbiens probieren. Der Kachulu Kaffee wird auf 1.200 Metern Höhe angebaut und besteht zu hundert Prozent aus der Arabica-Pflanze. Er hebt sich geschmacklich von anderen Kaffees ab, denn er enthält kaum Säure und ist sehr mild. „Für die Produktion des Kaffees werden ausschließlich die besten Bohnen verwendet, deshalb hat der Kaffee das beste Aroma im ganzen Land“, schwärmt die Kolumbianerin Constanza Ordonez de Meisel, die seit zwanzig Jahren für die Genossenschaft Carcafe arbeitet. Carcafe ist UTZ-zertifiziert, das heißt der Anbau ist nachhaltig, gesunde Arbeitsbedingungen sind garantiert und Kinderarbeit ausgeschlossen. In Kolumbien trinken übrigens bereits Kleinkinder ein besonders zubereitetes Getränk, das aus einer kleinen Menge Kaffee, gekochtem Naturzucker, Milch und Wasser besteht. Halle 16, Stand 105, Kontakt: Constanza Ordonez de Meisel, T:01726071026

Usbekistan pflegt Kundenkontakt nach Deutschland und Europa

Usbekistan zeigt auf der Internationalen Grünen Woche seine ganze Bandbreite landwirtschaftlicher Produkte. „Hier treffen wir viele unserer Kunden und möchten Besuchern der Messe vermitteln, welch ausgezeichnete Qualität usbekische Produkte wie Baumwolle, getrocknetes Gemüse wie Karotten, Auberginen, Zwiebeln und Rote Beete, Nüsse und Mandeln haben“, sagt Sherzod, Nasirov vom usbekischen Handelsministerium. Ebenso zu entdecken gibt es hervorragende usbekische Weine und Obst wie Granatapfel, Pflaumen, Kaki-Früchte, Wassermelonen und Äpfel. Halle 10.2, Stand 105, Kontakt Sherzod Nasirov, T: +998 71 23 85 488, M: s.nasirov@upm.uz

USA: Erdnussbuttertörtchen, Twinkies und Candy Crush

Nach vielen Jahren sind die Vereinigten Staaten von Amerika auf der Grünen Wochen wieder mit einer breiten Produktpalette vertreten. Möglich gemacht hat das Franck Adisson, der im brandenburgischen Mahlow einen Online-Supermarkt mit rund 2.500 Produkten aus den USA betreibt und sich erstmals mit einem kleinen Teil seines Sortimentes an einem Messestand präsentiert. Dazu gehören Fanta in hierzulande so ungewohnten Geschmacksrichtungen wie Ananas oder Himbeere-Passionsfrucht, Käse aus der Sprühdose, Kaugummi mit Zuckerwatte-Geschmack, die beliebten Erd-nussbuttertörtchen von Reese’s, die aus vielen Filmen und TV-Serien bekannten Twinkies-Cremekuchen und die zum gleichnamigen Facebook-Spiel passenden Candy Crush-Bonbons. Ein besonderer Renner bei den Messebesuchern ist Arizona-Eistee, der in 13 Sorten angeboten wird, von denen viele im normalen deutschen Einzelhandel nicht erhältlich sind. Die Resonanz des Publikums hat selbst Adisson nicht erwartet: „Wir sind begeistert und werden im nächsten Jahr definitiv mit einem größeren Stand wieder dabei sein.“ Halle 7.2c, Stand 102, Kontakt: Frank Adisson, Tel.: 493379 20939200, E-Mail: import@usa-drinks.de

Weltpremiere für südkoreanische Salzfarm

Yong-Hee Park aus dem südkoreanischen Incheon hat die Grüne Woche für die Weltpremiere seiner ökologischen Salzfarm gewählt. Zwei Jahre hat er an seiner patentierten Alternative zur ebenso zeit- wie personalaufwändigen Salzgewinnung aus dem Meer gearbeitet. Bei dem System wird das Meerwasser in mehreren Stufen mittels Pumpen über ein System von an Bambusstangen befestigten Juteseilen geleitet. Sensoren unterbrechen den Prozess, wenn der Wind zu stark ist oder es regnet. „Das System arbeitet vollautomatisch, ist kostengünstig, umweltfreundlich sowie schneller und effizienter als herkömmliche Verfahren“, sagt Park. Am Ende lassen sich so aus 100 Litern Wasser rund 1,5 Kilogramm Salz und 1,1 Liter Saltry gewinnen, ein dem japanischen Nigari ähnlichen Konzentrat von Magnesiumchlorid, das in der Lebensmittel-, Pharma- und Kosmetikbranche Verwendung findet. Die Messe nutzt er zur Suche nach Investoren und Partnern zum Aufbau von Salzfarmen in Deutschland und anderen europäischen Ländern. Halle 6.2, Stand 252, Kontakt: Yong-Hee Park, Tel.: +82 10 35061847, E-Mail: spro100@hanmail.net

Estnische Elchburger und Gewürzsprotten genießen

Estland punktet auf der Internationalen Grünen Woche mit einem innovativen Messeauftritt. Besucher des estnischen Standes können nachdem sie von den vielen mundenden Rezepten aus der traditionellen estnischen Elch-Küche probiert haben (Elchburger mit Meerrettich, Grillwürstchen mit scharfem Senf, Elchsuppe mit Waldpilzen, aber auch Gewürzsprotten mit Wachtel-Ei) ihre Zustimmung mittels einer App im Internet bewerten. Am Ende der Grünen Woche wird dann das beliebteste Grüne-Woche-Menü gekürt. “Wir möchten, dass sich die Besucher an unserem Stand wohl fühlen und Lust haben, unsere baltische Heimat zu besuchen“, sagt Roomet Sõrmus von der estnischen Handels-kammer. Das Ostseeland gehört mit 50 Prozent Waldanteil zu den waldreichsten Ländern Europas. Es ist daher nicht verwunderlich, dass sich vieles aus der estnischen Esskultur um den Wald dreht. Halle 8.2, Stand 117, Kontakt Roomet Sõrmus, T: +372 600 9349, M: roomet.sormus@epkk.ee

Zeitzeugen erinnern sich an die Grüne Woche nach dem Mauerfall

Auf „25 Jahre Grüne Woche“ seit dem Mauerfall blickten Zeitzeugen gemeinsam mit Bundeslandwirt-schaftsminister Christian Schmidt am Dienstag während einer Talkrunde in der Halle des Ministeriums zurück. Der Historiker Sven Schultze stellte im Rahmen der Veranstaltung sein Buch „Land in Sicht? – Agrarexpositionen in der deutschen Systemauseinandersetzung“ vor. Wenige Wochen nach dem Mauerfall kamen im Januar 1990 fast 200.000 DDR-Bürger in die Messehallen geströmt. „Sie hatten zwar freien Eintritt, konnten aber kaum etwas kaufen“, so RBB-Reporter Ulli Zelle, der damals wie heute von der Messe berichtete. „Der Andrang war so groß, dass man kaum an die Stände kam und sich viele Aussteller über Umsatzeinbußen beschwerten“, berichtete Lars Jaeger, der damals als junger Student der Agraringenieurschule Oranienburg dabei war und heute Projektleiter der Internationalen Grünen Woche ist. Die Messe sei für die Menschen aus der DDR wie „Westfernsehen zum Anfassen“ gewesen, berichtete der Mitbegründer des Demokratischen Aufbruchs und heutige Vor-stand der Bundesstiftung zur Aufarbeitung der SED-Diktatur, Rainer Eppelmann. Er kam mit seinem Vater erstmals in den 50er Jahren auf die Ausstellung. „Bereits damals hatten westdeutsche Landwirte Patenschaften für Kollegen in Ostdeutschland übernommen“, erzählte Gerald Thalheim, zur Wende Leiter der Agrochemie einer LPG und später stellvertretender agrarpolitischer Sprecher der SPD-Bundestagsfraktion. „Eine Halle diente als Begegnungsstätte und Kontaktbörse für die Landwirte aus beiden Teilen Deutschlands“, erinnerte sich Adalbert Krienke, von 1991 bis 2011 stellvertretender Generalsekretär des Deutschen Bauern-Verbandes. Die Grüne Woche habe eine „gewaltig große Rolle“ beim Zusammenwachsen der Branche gespielt. Heute, so Minister Schmidt, ist die Messe „ein Davos der Landwirtschaft“.

BMEL-Sonderschau: Landjugend lädt in die Denkwerkstatt ein

Am Stand der Evangelischen Landjugend (ELJ) scheppert es mal wieder gewaltig. Elena Hoffmann grinst: schon wieder hat eine Besucherin das gesellschaftliche Gleichgewicht zerstört. Denn das ist sensibel, wie die Messegäste beim „Bamboleo“ erfahren. Bei dem Spiel müssen bunte Bauklötze von einer Platte entfernt werden, die auf einer Korkkugel lagert. Jedem der unterschiedlich großen Spielsteine haben die ELJ-Mitglieder eine Kategorie zugeordnet – Jugend, Ältere, finanzielle Mittel und Zuwanderer. „Wir wollen zeigen, was passiert, wenn sich die Gesellschaft ändert und wie man dem Wandel begegnen kann“, erklärt Elena Hoffmann von der ELJ-Regionalgruppe Bayern. Nimmt man zum Beispiel auf der einen Seite die Jugend weg, gerät die Platte in Schieflage. Allerdings lässt sich dies durch „gleichwertige“ Spielsteine auffangen, etwa durch finanzielle Mittel. Oder durch Zuwande-rer. In ihrer „Denkwerkstatt“ halten die jungen Leute nicht nur ein Plädoyer für die Vielfalt. Sie zeigen zudem anhand von zahlreichen Fotos, wie sich ihre Lebenswelten von den 1970er Jahren bis heute verändert haben. Für das Jahr 2030 gibt es noch viele leere Blätter – hier dürfen die Besucher selbst zu Papier und Stift greifen. Halle 23a, Kontakt: Jürgen Kricke, Tel.: 0176-84192479

Kulinarium: Weine für die First Class

Die Aussteller des Kulinariums in Halle 13 schenken in diesem Jahr besondere Weine in die Gläser der Besucher der Grünen Woche ein. Das südafrikanische Weingut Meerendahl, 1702 gegründet, hat in den vergangenen Jahren die exklusiven „Private Reserves“ in die Flaschen gebracht. Während der Messe können der Private Reserve Merlot 2012 sowie der Private Reserve Sauvignon Blanc 2014 verkostet werden. „Sie sind so gut, dass sie seit vergangenem Jahr in der First Class der South Afri-can Airlines ausgeschenkt werden. Darauf sind wir sehr stolz“, sagt René Bartz von Bacchus Weinhaus Graf Eltz GmbH. Das Sortiment des Weinhauses umfasst aber weit mehr als die First-Class-Weine. Zur Grünen Woche stehen 15 Rotweine, 12 Weißweine, 3 Rosés und zwei Sorten Sekt aus aller Welt zur Auswahl. Einige stammen vom ältesten Weingut Südafrikas, Groot Constantia, das 1685 gegründet wurde. „Unser Flaggschiff ist der Landgoed Shiraz 2012“, lockt Bartz die Besucher an. Halle 13, Stand 100, Kontakt: René Bartz, Telefon: +49 (0) 67 21 / 40 81 40, E-Mail: info@bacchus.de

Bio-Kürbisketchup heimst Preise ein

Als einer der ersten Landwirte Süddeutschlands baute Georg Thalhammer 1987 Bio-Kürbisse, genauer gesagt Bio-Hokkaidos an. Einmal waren es viel zu viele. Bevor die Kürbisse schlecht wurden, ließ er sie zu Püree verarbeiten. „Einer meiner Mitarbeiter ist Hobbykoch und er kam eines Abends auf die Idee, aus dem Püree ein Ketchup zu köcheln“, so Thalhammer. Das war im Oktober 2013. Im Jahr darauf präsentierte der Bio-Kürbisbauer sein Produkt auf dem Innovationsstand der „Biofach“-Messe. Die Fachbesucher wählten seine vegane Bio-Sauce prompt auf den ersten Platz. Während der diesjährigen Grünen Woche wurde sein Ketchup, den es auch in den Varianten Chili und als milden Kinderketchup gibt, mit der Goldmedaille als eines von Bayerns drei besten Bio-Produkten honoriert. „Darauf sind wir sehr stolz“, sagt der Familienunternehmer. Der Ketchup ist zudem glutenfrei, frei von Geschmacksverstärkern und künstlichen Aromen und er hat einen Gesamtzuckergehalt von nur zehn Prozent. Somit hat er etwa 50 Prozent weniger Kalorien als Tomatenketchup. Halle 1.2, Stand 223, Kontakt: Georg Thalhammer, T:+49 93599090376, M: info@georgthalhammer.com

Sachsen-Anhalt: von Dönersuppe bis Whiskey

Auch in diesem Jahr sind die Aussteller Sachsen-Anhalts Spitzenreiter auf der Grünen Woche: Mit 62 Lebensmittel-Innovationen hoffen sie auf deutschland-, ja weltweiten Erfolg. Aus der Altmark kommt die Messe-Neuheit „Old Mark Whisky“. „Das Fachwissen, das Wasser und die Herstellungsweise kommen von der Diesdorfer Edeldestille“, sagt Geschäftsführer Matthias Schulz. Nur das Malz stammt aus Bayern. Schulz erfreut sich schon jetzt über eine lange Bestellerliste für den Single Malt. Auf der Website der Kathi Rainer Thiele GmbH können die Besucher ihren Kuchen im Glas individuell zusammenstellen. Teig, Zutaten, Glasur und Extras – es gilt aus einer halben Million Kombinationsmöglichkeiten auszuwählen. Ob Döner wirklich schöner macht, mag angezweifelt werden. Dönersup-pe jedenfalls macht nicht dick: „Kartoffeln statt Fladenbrot, schon ist der Döner kohlenhydratärmer und gesünder“, sagt Erfinder Steffen Hübner am Stand der Keunecke Feinkost GmbH. Das war der Grundgedanke für seine Dönersuppe. Sie ist hergestellt auf Tomatenbasis, genauso wie der Döner mit Tomatensauce gewürzt wird. Wie das Original enthält sie Weißkohl und Zwiebeln. Halle 23, Stand 212, Kontakt: Matthias Schulz, T:+49 3902 317, M: info@diesdorfer.de; Stand 215, Kontakt: Franziska Schneider, T: +49 345 570080, M: franziska.schneider@kathi.de; Stand 242, Kontakt: Steffen Hübner, T: +49 39483 5920, M: info@keunecke-feinkost.de

Lótushof-Quadrille: Passagen mit Feuer, Meer und Eis

Zwölf Amazonen auf Islandponys zogen mit einer leidenschaftlichen Quadrille die Zuschauer der Internationalen Grünen Woche 2015 in ihren Bann. Sie schwenkten zu ihrem Formationsritt in der Arena der Tierhalle isländische Flaggen, deren Blau das Meer, Weiß die Gletscher und Rot die vulkanischen Feuer darstellen. Die Islandponys kommen aus dem brandenburgischen Beelitz, wo Vicky und Beggi Eggertsson ihren Lótushof betreiben. Insgesamt 150 Pferde haben dort ihre Heimat, darunter auch Rennpferde, die Weltmeistertitel errungen haben. Jedes Jahr werden, wie Vicky erzählt, zehn Fohlen geboren. Die Eggertssons, selbst erfolgreiche Sportpferdereiter, bilden Pferde, Sport- und Freizeitreiter aus. Halle 25, Islandpferdezentrum Lótushof, Vicky Eggertson, T: 033204 - 605 102, vickyundbeggi@t-online.de

Biohalle: wissen, wo es herkommt

Seit einem Jahr sorgt das „Regionalfenster“ bundesweit für mehr Transparenz bei regionalen Lebensmitteln. Es ist eine freiwillige Kennzeichnung, die auf einen Blick zeigt, wo die wichtigsten Zutaten herkommen. Aktuell gibt es rund 2.600 Produkte, die das „Regionalfenster“ tragen, darunter 410 Bioprodukte. In der Bio-halle (Halle 1.2b, Stand 218) zeigt das Bundesprogramm Ökologischer Land-bau und andere Formen nachhaltiger Landwirtschaft (BÖLN) ein „Regionalfenster“ in Übergröße und präsentiert verschiedene, mit dem „Regionalfenster“ gelabelte Produkte.

Biohalle 1.2b, Stand 218, Kontakt Presse: Oliver Z. Weber: 0178-218 1811, Standleitung: Christel Marxen: 0175-260 7725, christel.marxen@mp-gmbh.de.

ErlebnisBauernhof: moderne Tierhaltung im Schweine Mobil

Sieben zwei Monate alte Ferkel werden während der zehn Messetage junge die Hausherren des Schweine Mobils sein. Mit der transportablen Schweinebucht mit Stallhülle steht damit ein erfolgreiches und prämiertes Kommunikationsinstrument zur modernen Schweinehaltung als Anlaufpunkt zur Verfügung. Landwirtinnen und Landwirte laden hier täglich zum Gespräch und zum Austausch über die Arbeit mit den Tieren in den Ställen ein. Kontakt: Ingo Willoh, Tel.: +49(0)152-33967669; E-Mail: i.willoh@fnl.de

Urlaub auf dem Bauernhof im Allgäu ist großer Tourismusmagnet

Urlaub auf dem Bauernhof im Allgäu bleibt der Renner in der Tourismusbranche. Aus ganz Deutschland reisen Urlaubssuchende ins Allgäu. „Die Zahl der Urlauber, die sich bei uns über artgerechte Tierhaltung oder traditionelle allgäuische Handwerkskunst informieren wollen, steigt auch in Zeiten von negativen Wirtschaftsdaten stetig an“, sagt Angelika Soyer von „Mir Allgäuer – Urlaub auf dem Bauernhof e.V.“. Für die Landwirte in der Alpenregion ist Urlaub auf dem Land inzwischen ein zweites Standbein geworden. „Ohne dieses Angebot kämen viele unserer Landwirte in wirtschaftliche Schwierigkeiten“, erläutert Soyer. Halle 23a, Stand 237, Kontakt: Angelika Soyer, T: 08327 262, M: asoyer@t-online.de

Seltene Somali-Katzen in der Erlebniswelt Heimtiere

Somali-Katzen sind ausgeglichen, neugierig und willensstark. Katzenliebhaber können sie auf der Grünen Woche besuchen. Die Katze ist sehr elegant, neugierig, geschmeidig, gutmütig und menschenbezogen. Es empfiehlt sich wegen der Lebhaftigkeit nicht eine sondern zwei Somalis miteinander zu halten. Durchschnittlich können Katzen 15 Jahre alt werden, bei entsprechend artgerechter Haltung erreicht sie aber auch 20 Jahre. Auf der Grünen Woche können Besucher aber auch Maine Coon-, Ragdoll-, oder Britisch- Kurzhaar-Katzen erleben. Initiiert hat den Messeauftritt der Katzenver-ein Pro-Kat. Seine Mitglieder führen seit Jahren telefonische Beratungen in Katzenfragen durch und stehen Katzenbesitzern mit praktischer Hilfe zur Seite. Halle 26a, Kontakt: Burkhard Appelt, T: 0177 / 20 87 149, M: b.appelt@berliner-pro-kat.de