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IGW Digital News

18. Januar 2021

3 Fragen an … Joachim Rukwied, Präsident des Deutschen Bauernverbands (DBV)

Joachim Rukwied, Präsident des Deutschen Bauernverbands (DBV)

1)         Was hat die Branche 2020 am meisten bewegt?

„Die wirtschaftliche Situation in der Landwirtschaft ist insgesamt sehr angespannt. Die Corona-Pandemie hat auch viele landwirtschaftliche Betriebe hart getroffen. Durch die zeitweiligen Schließungen einiger Schlachtbetriebe und dem Ausbruch der Afrikanischen Schweinepest sind die Preise für Schweine und Ferkel abgestürzt, im Ackerbau hatten einige Regionen im dritten Jahr in Folge mit der Trockenheit zu kämpfen und der Milchpreis liegt dauerhaft auf einem unbefriedigenden Niveau. Das sind die Themen, die uns auch in der Verbandsarbeit stark beschäftigt haben.“

2)         Was sind die drei Themen, die Sie in 2021 mit Nachdruck vorantreiben wollen?

„Das Wahljahr 2021 wirft bereits jetzt seine Schatten voraus. Bei den Landtagswahlen in sechs Bundesländern und der Bundestagswahl im Herbst werden die politischen Weichen für die kommenden Jahre gestellt. Dafür wird auch der Deutsche Bauernverband seine Positionen darlegen. Wichtig ist auch, dass die Gemeinsame Agrarpolitik auf den Weg gebracht wird, damit unsere Landwirte Planungssicherheit bekommen. Auch die Weiterentwicklung der Tierhaltung und die dafür notwendige Finanzierung müssen organisiert werden. Darüber hinaus müssen die weitere Verbesserung der Biodiversität und der Klimaschutz vorangetrieben werden. Entscheidend für die kommenden Jahre wird sein, bei allem Wunsch nach Veränderung, die Wertschöpfung auf den Betrieben zu erhalten. Dies ist notwendig, um jungen Landwirtinnen und Landwirten eine Perspektive zu geben.“

3)         In diesem Jahr findet die IGW erstmalig digital statt. Was sind Ihre Erwartungen?

„Dass die Internationale Grüne Woche in diesem Jahr nur digital stattfinden kann bedauern wir sehr. Für uns ist die Grüne Woche das agrarpolitische Highlight zu Beginn eines Jahres. Es gibt keine bessere Gelegenheit, um mit rund 400.000 Menschen in Kontakt zu kommen und über Ernährung und Lebensmittelerzeugung zu diskutieren als auf der Grüne Woche in Berlin. In diesem Jahr werden wir - digital - in vielen  hochkarätig besetzen Gesprächsrunden über wichtige Entwicklungen in der Agrarpolitik diskutieren. Dabei geht es um Themen wie die Zukunft der Gemeinsamen Agrarpolitik, Tierwohl, Klimaschutz, den Wolf oder Start-ups aus der Agrarbranche.“

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