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IGW Digital News

20. Januar 2021

Gesundheit schmeckt „divers“- Zwischen Nutri-Score und alternativen Proteinquellen

Gesundheit schmeckt „divers“- Zwischen Nutri-Score und alternativen Proteinquellen

Wie schmeckt eigentlich die gesunde Zukunft und was zeichnet sie aus? Diese Fragen standen zur Debatte bei den IGW Startup Days am Eröffnungstag der 95. Internationalen Grünen Woche. Teilnehmer*innen aus diversen Bereichen entlang der Wertschöpfungskette der Landwirtschaft diskutierten über die Bedeutung von gesunder Ernährung.

Nutri-Score als Enabler einer ökologischen Aufklärung?

Zu Beginn der Debatte standen Verbraucher*innen im Mittelpunkt. Ihnen wolle man es so leicht wie möglich machen, sich gesund zu ernähren, betonte  Dr. Dr. Markus Schick Abteilungsleiter 3 im Bundesministerium für Ernährung. Eine in vielen europäischen Staaten bereits verwendete Möglichkeit ist der Nutri-Score. Seit Herbst 2020 ist die neue Lebensmittelkennzeichnung  auch in Deutschland auf der Vorderseite von Lebensmittelverpackungen zu finden. Der Nutri-Score gibt beim Lebensmitteleinkauf eine schnelle Orientierung, welche Lebensmittel eher zu einer ausgewogenen Ernährung beitragen.

Das Kennzeichnungssystem nutzt eine 5-stufige Farbskala von A bis E, die von unabhängigen Wissenschaftlern entwickelt wurde. Sie ist auf der Vorderseite der Produktverpackung zu finden. Der Nutri-Score macht es damit möglich, Produkte innerhalb einer Produktgruppe zu vergleichen. Dabei steht das dunkelgrüne A für eine eher günstige, das rote E für eine weniger günstige Nährstoffzusammensetzung des jeweiligen Produkts. Somit bietet der Nutri-Score eine solide Grundlage für eine gesunde Ernährung.

Verderben Labels den Brei?

Trotz der benannten Vorteile des neuen Systems gibt es auch Bedenken. Die Präsidentin des Deutschen Land Frauenverbands Petra Bentkämper merkte an, dass es Fälle gäbe, wo sich Tierwohl-Label und Nutri-Score widersprechen. Dies könne bei Verbraucher*innen zu Irritationen führen. Lobend hob die Bielefelderin, die seit 1991 einen landwirtschaftlichen Vollbetrieb mit Milchviehhaltung bewirtschaftet, das gestiegene Bewusstsein für regionale Produkte hervor. Sie plädierte für eine stärkere Integration gesunder Lebensmittel. Sich selbst bezeichnet die Agrarwirtin als „Regiotarier“.

Gesundes Essen aus dem Labor auf den Tisch?

Das neue Bewusstsein für gesündere Ernährung ändere das Produktangebot im Handel, so Fabio Ziemßen. Der Geschäftsführer von NX-Food GmbH und Mitglied im Verband Alternativer Proteinquellen lobte die neugewonnene Diversität des Lebensmittelangebots. Besonders alternative Nahrungsmittelangebote hätten in den vergangenen Jahren für die Gesellschaft stark an Bedeutung gewonnen. Fleisch aus dem 3-D-Drucker, Nudeln auf Insektenbasis, Gewächshäuser im Supermarkt seien keine wilden Zukunftsvisionen mehr, so Ziemßen. Sein Unternehmen NX-Food gehört zur Metro-Gruppe. Den Handel sieht er als wichtigen Kurator des Sortiments. Bedürfnisse nach regionalen und nachhaltigen Nahrungsquellen stiegen kontinuierlich mit den Bedürfnissen nach gesunden Ernährungsformen. Moderne Technologie und Naturnähe stünden dabei nicht im Widerspruch, so Ziemßen, sondern viel mehr in einer interdependenten Symbiose. Technologie agiere als Enabler und helfe dabei, Produkte weiterzuentwickeln und zu optimieren.

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