Hippologica zeigt Pferdesport von der Ausbildung bis zum Spitzensport
Hobby Horsing, Ausbildung und Spitzensport: Die Hippologica zeigt die ganze Vielfalt des Pferdesports. Von der „Ungarischen Post“ über Spring- und Dressurreiten bis zur größten Pferderasse der Welt.
Damian und Dorian galoppieren im Gleichschritt durch den Vorführring in Halle 25. Obendrauf, mit jeweils einem Fuß auf einem Pferderücken, steht Michael Düsedau. Der Stoff seiner weißen Pluderhose flattert im Fahrtwind. Als der Gestütsoberwärter vom Haupt- und Landgestüt Neustadt (Dosse) eine Hand von den Zügeln nimmt und zum Gruß an die Besucherinnen und Besucher der Grünen Woche hebt, tönen begeisterte Pfiffe und Jubelrufe durch das Publikum.
Was die zwei Sportpferde Damian und Dorian aus der Zucht des Neustädter Gestüts und Michael Düsedau vorführen, nennt sich „Ungarische Post“. Die Technik hat ihren Ursprung bei ungarische Pferdehirten, den sogenannten Csikós, die auf den weiten Ebenen der Puszta ihre Herden bewachten. Um einen besseren Überblick über die Tiere und die Landschaft zu haben, entwickelten sie die Fähigkeit, auf mehreren Pferden gleichzeitig zu stehen und sie zu führen.
Ausbildung im Neustädter Gestüt: Vom Fohlen bis zur Koppelpflege
„Die „Ungarische Post“ ist eine der anspruchsvollsten Disziplinen, die es im Reitsport gibt“, sagt Jörg Menge vom Haupt- und Landgestüt Neustadt (Dosse). Das Neustädter Gestüt ist eines der ältesten und bedeutendsten staatlichen Gestüte Deutschlands mit über 230‑jähriger Tradition: Auf Anordnung von Preußenkönig Friedrich Wilhelm II. wurde es 1788 bis1791 gegründet und prägt bis heute die Pferdezucht in der Region. Dazu gehört eine renommierte Reit‑ und Fahrschule mit vielfältigen Ausbildungs‑ und Lehrgangsangeboten. „Bei uns erleben die Lehrlinge die Aufzucht der Pferde. Sie dürfen dabei sein, wenn eine Stute fohlt, und lernen neben dem Reiten alles über Koppelpflege“, erklärt Sattelmeister Christian Dietrich. Mit vier Auszubildenden präsentiert er an mehreren Messetagen ein Showprogramm.
Neben Trainingspräsentationen und Voltigier-Schaubildern zeigen die Landesverbände und Gestüte im Rahmen der Hippologica Fahrkunst mit unterschiedlichen Rassen und Anspannungen, darunter die „Präsentation der Giganten“. Dabei trabt die größte Pferderasse der Welt durch den Ring: das britische Shire Horse. Mit einem durchschnittlichen Stockmaß von 170 Zentimetern bis teilweise über zwei Metern und einem Gewicht von häufig mehr als 1.000 Kilogramm gilt das britische Kaltblut als größte Pferderasse der Welt.
Großer Preis der Hippologica trifft Hobby Horsing
Ein weiter Programm-Höhepunkt ist die sechste Springprüfung der Klasse S** – das Finale des Großen Preises der Hippologica (Sonntag, 14.30 Uhr). Bereits seit Donnerstag messen sich die Reiterinnen und Reiter mit ihren Pferden beim großen Hallenpferdesportturnier in Halle 25. Die anspruchsvollen Wettbewerbe reichen bis in die schweren Klassen des Spring- und Dressurreitens.
Ohne echte Pferde geht es aber auch: beim Hobby Horsing. Die Trendsportart hat ihren Ursprung in Finnland und basiert auf dem klassischen Steckenpferd‑Reiten. Teilnehmende absolvieren Dressur‑, Spring‑ und Parcours‑Übungen auf einem Steckenpferd, wobei Bewegungsabläufe aus dem Reitsport mit Gymnastik‑ und Athletikelementen kombiniert werden. Die Sportart ist nicht nur ein spielerisches Hobby, sondern wird mit festem Regelwerk und Wettkampfcharakter betrieben und gewinnt besonders bei Kindern, Jugendlichen und jungen Erwachsenen zunehmend Anhänger in Europa. Im Rahmen der Grünen Woche wird Hobby Horsing erstmalig präsentiert, am Sonntag um 13.00 Uhr und um 16.00 in der Tierhalle.

Michael Düsedau vom Haupt- und Landgestüt Neustadt (Dosse) präsentiert auf Damian und Dorian die „Ungarische Post“.