Mit Weltmeister-Wissen: Kinder lernen Ernährung auf der Grünen Woche
Fußball trifft Ernährung: Während Philipp Lahm am Kaufland-Stand für Gesundheitsbewusstsein wirbt, entdecken Schülerinnen und Schüler am Gemeinschaftsstand „Zukunft schmeckt“ die Freude am Kochen.
Nicht viele Menschen können von sich behaupten, schon einmal von einem Fußball-Weltmeister einen Einkaufskorb voller Lebensmittel in die Hand gedrückt bekommen zu haben - die Schülerinnen und Schüler aus der sechsten Klasse der Havelland-Grundschule gehören seit dieser Woche dazu.
„Wer hat schonmal etwas vom Klimafußabdruck gehört?“, fragt Philipp Lahm. 13 Hände schießen in die Höhe. Der ehemalige Kapitän der deutschen Fußball-Nationalmannschaft überreicht den Kindern Körbe mit Lebensmitteln und einen Scanner. Auf einem Tablet konnten sie ablesen, wie viel CO2 das jeweilige Lebensmittel pro Kilogramm verursacht, außerdem sprechen sie mit Ernährungspsychologin Bastienne Neumann spielerisch über ausgewogene Ernährung. Der Workshop „Machen macht Schule“ fand am Montag am Kaufland Stand in Halle 3.2 statt, wo Philipp Lahm und die Supermarktkette ihre gemeinsame Initiative vorstellten, um Kinder und Jugendliche in Deutschland stärker für ausgewogene Ernährung, Bewegung und persönliche Entwicklung zu sensibilisieren.
Genuss und Spaß an der Kochinsel von „Zukunft schmeckt“
Am Gemeinschaftsstand „Zukunft schmeckt“ kümmern sich die Berufsköche Daniel Schade und Philipp Schundau um spielerische Genusserlebnisse. Am Stand der Bundesvereinigung der Deutschen Ernährungsindustrie (BVE) und dem Lebensmittelverband Deutschland finden täglich zwei Kochevents für Schülerinnen und Schüler statt. Heute gibt es Gemüsecurry, Mie-Nudeln mit Gemüsesoße und Waffeln. Die Klasse 6a der Schule am Wäldchen aus Hohenschönhausen verteilt sich in kleinen Gruppen an den Tischen. Sie bekommen Brettchen, Schüsseln, Schäler und kleine Messer. „Passt auf eure Finger auf und lasst euch Zeit“, sagt Philipp Schundau, der Karotten, rote Paprika, Gurken, Zwiebeln und grüne Bohnen an den Tischen verteilt.
Luca (12) und Maja (13) dürfen Champignons und das geschälte Gemüse in der Küchenmaschine verarbeiten. „Das macht Spaß“, sagt Luca. Keine zehn Minuten sind vergangen und schon ist alles Gemüse kleingeschnitten. Daniel Schade bereitet mit zwei Schülerinnen den Waffelteig vor. „Wir wollen den Kindern auf spielerische Weise das Kochen näherbringen und wie man mit einfachen Zutaten und Spaß in kurzer Zeit etwas Leckeres herstellen kann“, sagt Kerstin Steinchen vom Deutschen Lebensmittelverband.
Gesundheit und Ernährung im Fußball
„Als ich klein war, habe ich noch nicht so viel über Ernährung nachgedacht, aber zum Glück hatte ich meine Eltern und Großeltern, die darauf geachtet haben“, sagt Philipp Lahm. Durch seine Verletzungen wie einen Mittelfußbruch, Kreuzbandriss oder den Trizeps Abriss kurz vor der Heim-WM 2006, habe er sich mehr Gedanken darüber gemacht, was Gesundheit bedeutet und gesunde Ernährung. „Wenn du das, was du liebst, nicht mehr machen kannst, merkst du wie wichtig Gesundheit ist“, sagt er.
Junge Fußballerinnen und Fußballer im Alter von 11-12 Jahren lernen bei FoodSkillz in Halle 23 im Rahmen von IN FORM, Deutschlands Initiative für gesunde Ernährung und mehr Bewegung spielerisch, was gute Ernährung im Sport bedeutet – mit einem kurzen Theorieteil und gemeinsamen Kochen im Team. Vor Ort lädt das Team am Mittwoch noch von 11.00 bis 13.00 Uhr sowie von 16.00 bis 17.00 Uhr an der Zubereitungsinsel zu Kochaktionen ein.
„Nicht alle haben die Möglichkeit, sich mit Ernährung zu beschäftigen. Die haben ganz andere Sorgen“, sagt Philipp Lahm. Das sei ihm klarer geworden, als er 2007 nach Südafrika gereist ist. Die Eindrücke vor Ort gaben den Startschuss für die Philipp Lahm Stiftung. „Es gibt aber auch in Deutschland benachteiligte Kinder“, ergänzt er. Bei seinen Camps achtet er darauf, die Kinder zu berücksichtigen, die nicht unter so behüteten Verhältnissen aufgewachsen sind wie er selbst.

Philipp Lahm spricht mit Kindern über gesunde Ernährung.