Niedersachsen und Schleswig-Holstein: Klassiker treffen auf frische Ideen
Ob VR-Tour durch die Lüneburger Heide oder Käse von der Küste, Aussteller aus Schleswig-Holstein und Niedersachsen nehmen die Gäste der Grünen Woche mit in den Norden Deutschlands.
Wer den Naturpark Lüneburger Heide erkunden möchte, muss auf der Grünen Woche nur eine VR-Brille aufsetzen und los geht der Flug über die außergewöhnliche Landschaft. Besonders zur Blütezeit zwischen Anfang August und Ende September verwandelt sie sich in ein lilafarbenes Meer. Doch es gibt auch Wälder, Moore und zahlreiche Tiere zu entdecken, zum Beispiel die Heidschnucken.
Die genügsame Schafrasse übernimmt traditionell die Landschaftspflege in der Heide. Damit die Tiere Teil des Wirtschaftskreislaufs werden, kennt Hilke Feddersen, Geschäftsführerin des Naturparks Lüneburger Heide, aber auch andere Verwendungen für die stark gefährdete Nutztierrasse. Die eher kratzige Wolle eigne sich zum Beispiel zum Filzen. Am Tresen gibt es Schnucken-Knacker aus dem Fleisch der Tiere. Mit Initiativen wie diesen bringt der Naturpark scheinbar gegenläufige Interessen wie Naturschutz und wirtschaftliche Entwicklung zusammen.
Doch das ist nicht alles, was Niedersachsen in Halle 20 zu bieten hat. Am Stand von Milchland Niedersachen können sich Besucherinnen und Besucher ebenfalls per VR-Brille in den Kuhstall von Milchhöfen beamen. Der jeweilige Landwirt erklärt, wie er seine Tiere füttert, pflegt und melkt. An der Milchbar gibt es Getränke mit und ohne Alkohol wie zum Beispiel die Salted Caramel-Milch.
Preisgekrönter Wein
Das Nachbarbundesland Schleswig-Holstein ist nach der Corona-Pandemie zum ersten Mal wieder auf der Grünen Woche – und hat viele lokale Spezialitäten mitgebracht. Im Restaurant brutzeln Kohlwurst und Labskaus, dazu gibt es Spiegeleier von schleswig-holsteinischen Hennen. Ein rundum regionales Konzept also, das trotzdem einige Überraschungen bereithält.
Der Ingenhof bei Malente blickt auf eine lange Geschichte zurück, die bis 19. Jahrhundert zurückreicht. Immer wieder haben die Landwirte Neues ausprobiert. Zu den Erdbeer-Kulturen kam 2009 eine kleine Anbaufläche für Wein hinzu, die 2015 erweitert wurde. Dass der Wein aus Schleswig-Holstein tatsächlich schmeckt, bestätigt das Fachmagazin Falstaff. Bei der sogenannten PiWi-Trophy 25, einer Auszeichnung für Weine aus pilzresistenten Rebsorten, könnte ein Wein vom Ingenhof den vierten Platz belegen.
Den passenden Käse gibt es nebenan bei der Feinkäserei Sarzbüttel. Insgesamt hat der Traditionsbetrieb, den es bereits seit 1888 gibt, 40 Sorten im Programm, von denen einige zum Probieren gewürfelt auf der Kühlvitrine liegen. Der Andrang ist groß.
Zwischen den nachhaltig gefertigten Marktständen kann Sandra von Hoorn von der Landwirtschaftskammer Schleswig-Holstein bereits versichern: 2027 ist Schleswig-Holstein wieder mit dabei auf der Grünen Woche. Willkommen zurück!

Am Stand von Schleswig-Holstein gibt es Spezialitäten aus regionalen Zutaten.