Von Gemüsesticks bis Roboterhund: Hessen & NRW begeistern auf der Grünen Woche
Kochen mit Kindern, regionale Produkte, Pferdetraditionen und Robotik im Stall: Hessen und Nordrhein-Westfalen zeigen auf der Grünen Woche, wie Genuss, Bildung und Hightech zusammenpassen.
Kartoffeln schneiden und Tisch decken steht vormittags auf dem Programm der Hessen-Bühne in Halle 6.2a. Eine Schulklasse brät mit Fernsehkoch Reiner Neidhar selbstgemachte Gemüsesticks und Pfannkuchen mit hessischen Äpfeln. Unterstützung bekommt er von drei Landfrauen.
Die meisten Zutaten kommen von den Ausstellern der Grünen Woche. Die Grundschulkinder stärken sich mit einem Apfel-Orange-Kürbis-Melonensaft von der Bruchköbeler Familienkelterei Walther. Die Eier sind vom Franzenhof, an dessen Stand Chefin Anja Betz Cookies, Kuchen, Eierlikör und Backmischungen frisch vom Hof verkauft.
Um gesundes Essen geht es bei den Aktionen des Ernährungsrats Münster, der für zwei Tage in der NRW-Halle 5.2a zu Gast ist. Die Initiative möchten Kinder und Jugendliche zum Kochen animieren. Ulrike Schutter bringt ihnen einfache vegetarische Gerichte bei wie Gemüsebratlinge mit Jogurt-Dip. Ihre Beobachtung: „Mag ich nicht“, gibt’s nicht, wenn Kinder selbst kochen. Dann sind sie so stolz, dass ihnen selbst Gemüse schmeckt.
Pferde und fliegende Händler
Das Münsterland ist in diesem Jahr Partnerregion von Nordrhein-Westfalen auf der Grünen Woche. In der Region im Norden des Bundeslands trifft Hightech auf Traditionen. So zeigt der Digital Hub Münsterland, ein Zusammenschluss aus mehr als 300 Unternehmen, Robotik-Lösungen für die Landwirtschaft. Darunter ist ein „Roboter-Hund“, der beim Ausmisten von Pferde-Ställen hilft. Das Unternehmen Zauberzeug hat mit dem Kooperationspartner Wasserbauer nach jahrelanger Entwicklung einen vollautonomen, KI-gesteuerten Pferdeapfel-Absammelroboter vorgestellt. Der Roboter ist etwas so groß wie ein Hund und mit einer Bürste ausgestattet, wo ein „normaler“ Hund seinen Kopf hätte. Seit 2023 ist das Gerät im Handel.
Nicht umsonst kommt diese Idee aus dem Münsterland. Denn mit mehr als 100.000 Pferden gehört es zu den pferdereichsten Regionen Europas. Als Repräsentant ist das Landgestüt Warendorf mit nach Berlin gekommen, das dieses Jahr seit zweihundert Jahren existiert. Wer sich inspiriert fühlt, kann seine Fähigkeiten direkt auf einem Reitsimulator testen. Mit einem Pferdekopf aus Holz aber ohne Beine, stellt der Simulator die Bewegungen des Pferdekörpers lebensecht nach.
Auch eine echte Münsterländer Tradition ist auf der Grünen Woche zu entdecken: die sogenannten Kiepenkerle – das sind fliegende Händler, die ihren Namen von der Korb-Kiepe auf dem Rücken haben und im 19. und 20. Jahrhundert mit Waren übers Land gezogen sind. Ihnen sind zahlreiche Denkmäler gesetzt, unter anderem in der Münsteraner Altstadt. Auf Volksfesten dürfen sie nicht fehlen, und so auch nicht auf der Grünen Woche. Unter ihnen ist sogar eine -Kerlin, wie Rebekka Hinckers vom Münsterland e.V. sagt.

Auf dem Simulator am Stand des Münsterlandes können Interessierte ihre Reit-Fähigkeiten trainieren.