Veranstalter:
Messe Berlin
Datum der Veranstaltung:
16-25 Jan 2026
Grüne Woche
16-25 Jan 2026
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Von Kühen, Kuschelschweinen und kniffligen Fragen: AgrarScouts im Einsatz

Die AgrarScouts geben der Landwirtschaft ein Gesicht. Gäste der Grünen Woche können ihnen Fragen über Tierhaltung und Pflanzenschutz stellen – und erfahren, was deutsche Lebensmittel auszeichnet.

In grünen Westen empfangen Thorben Mahlstedt und Björn Schwarz aus Schleswig-Holstein interessierte Gäste auf dem ErlebnisBauernhof in Halle 3.2. Als AgrarScouts beantworten sie die Fragen interessierter Besucherinnen und Besucher rund um die Landwirtschaft, zum Beispiel die eines kleinen Mädchens. „Sie wollte wissen, ob die Milch mit 1,5, beziehungsweise 3,5 Prozent Fettanteil von unterschiedlichen Kuhrassen kommt“, sagt der Agrarwissenschaftler Thorben Mahlstedt, der in Norderstedt in einem Sachverständigen-Büro arbeitet. Keine schlechte Idee – und ein guter Einstieg, um über die Verarbeitungsschritte der Milch nach dem Melken zu sprechen.

Seit zehn Jahren stehen die AgrarScouts vom Forum moderne Landwirtschaft für die Kommunikation zwischen Stadt und Land. Menschen aus landwirtschaftlichen Berufen geben einen Einblick in ihre Arbeit, empfangen Schulklassen und zeigen, wie schön, aber auch komplex die Arbeit in und mit der Natur ist.

Blick in den Stall

Ein wichtiges Anliegen ist vielen Gästen die Tierhaltung. Um besonders plastisch darzustellen, wie Kuh, Schwein und Huhn leben, gibt es auf den Stand der AgrarScouts Stall-Inventar, darunter eine große Bürste, deren Form an einen überdimensionalen Döner-Spieß erinnert. „Sie ermöglicht den Tieren sich dort zu kratzen, wo sie selbst nicht hinkommen“, sagt Björn Schwarz, der als gelernter Landwirt als Betriebsleiter arbeitet und im Nebenerwerb einen eigenen Hof bewirtschaftet. „Auf der Weide würde ein Baum oder ein Zaun diese Funktion erfüllen.“

Für drei rosa Kuschelschweine hinter einem Gitter gibt es Spielzeug an einer Schnur. Die Station bringt die Messegäste über Halteformen und Stallgrößen ins Gespräch, ebenso wie die Legenester für Hennen mit einem separaten Ei-Fach. „Wir sehen unsere Aufgabe auch darin, den Menschen ein Bewusstsein für heimische Produkte zu geben“, sagt Thorben Mahlstedt. „Gerade vor dem Hintergrund der ausländischen Konkurrenz sollen sie um die hohen Standards wissen, die wir hier in Deutschland einhalten.“

Das gilt auch für den Pflanzenschutz. „Die wenigsten wissen, dass es für das Aufbringen dieser Chemikalien strenge Regularien gibt, einschließlich eines Sachverständigennachweises für den Landwirt“, sagt Hanna Krautscheid, die das AgrarScout-Netzwerk Süd managt. Im digitalen Spiel „Mission Future Land“ können sich Gäste im Managen eines Betriebs üben, der trotz Starkregen und anderen Naturereignissen profitabel bleiben muss.

Für die AgrarScouts ist die Grüne Woche auch eine gute Gelegenheit sich untereinander zu vernetzen. Die meisten bleiben nur zwei bis drei Tage, sodass sich das Team jeden Morgen neu mischt immer neue Gesprächspartner zur Verfügung stehen.

Insgesamt engagieren sich mehr als 800 Landwirtinnen und Landwirte im AgrarScout-Netzwerk. Das Netzwerk feiert dieses Jahr 10-jähirges Bestehen. Lea Fließ, Geschäftsführerin des Forum Moderne Landwirtschaft sagt zum Jubiläum: „Wir wussten, dass jeder dritte Mensch in Deutschland noch nie mit einer Landwirtin oder einem Landwirt gesprochen hat. Das wollten wir ändern. In zehn Jahren haben wir Hunderttausende Gespräche geführt und Millionen Menschen erreicht.“

AgrarScouts im Gespräch mit Gästen der Grünen Woche

Die AgrarScouts erklären, wie Landwirtschaft funktioniert.

Autor*in:Judith Jenner

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