Veranstalter:
Messe Berlin
Datum der Veranstaltung:
16-25 Jan 2026
Grüne Woche
16-25 Jan 2026
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Von Kutsche bis KI-Mähdrescher: 100 Jahre Grüne Woche zum Anfassen

Eine Ausstellung in Halle 26a zeichnet die Geschichte der Grünen Woche nach. Landmaschinen von der historischen Kutsche bis zum Großmähdrescher stehen für den Fortschritt in der Landwirtschaft.

Was für eine Aussicht: Vom Fahrerhäuschen des gigantischen Lexion 8900 Terra Trac von Claas schweift der Blick über die gesamte Halle 26a. Er steht für eine neue Generation von Landmaschinen mit smarter Technik. So erfasst der Großmähdrescher für Soja, Weizen oder Hafer die Ertragsdaten schon während der Fahrt übers Feld. Die grünen Ausstellungswürfel, mit der Geschichte der Grünen Woche darauf, sehen von hier oben aus wie Spielzeugklötze.

Doch es lohnt sich, die Bildern und Texte darauf näher unter die Lupe zu nehmen. Denn sie erzählen die bewegte Geschichte der Grünen Woche. Von ihrem Beginn als Warenmesse unter dem Funkturm 1926 entwickelte sie sich zum Publikumsliebling der Berlinerinnen und Berliner. Ihren Namen hat sie aus der Presse: Er bezieht sich auf die grünen Lodenmäntel der Tagungsgäste, die im Januar das Straßenbild prägten.

Aus den Anfangsjahren der Messe stammen Erfindungen wie der Pferdestaubsauger und eine Eierfrischhaltemaschine mit Platz für 5.000 Hühnereier, die wie eine überdimensionierte Kabeltrommel durch Drehen konservieren sollte. Schon damals durften Besucherinnen und Besucher probieren, zum Beispiel heimischen Honig auf Schnittchen, die Hostessen an einem überdimensionierten Bienenkorb verteilten. Neben der Landwirtschaft, die damals in Berlin noch ein wichtiger Wirtschaftszweig war, spielte die Jagd eine wichtige Rolle. Das zeigt unter anderem eine Ausstellung von Jagdgeweihen aus dem Jahr 1931.

Niedergang und Wiederaufbau

Die Nationalsozialisten instrumentalisierten die Grüne Woche für ihre Propaganda. Eine Hitlerstatue mit Pflug hieß die Gäste 1934 willkommen. Fünf weitere Messen fanden bis zum Kriegsausbruch statt, in denen sie die Nazis für ihre Verbreitung ihrer Hassbotschaften und Kriegstreiberei nutzen. Während des Kriegs und in den Jahren danach lag der Messebetrieb brach. Doch bereits 1948 wagte die Grüne Woche ihr Comeback. Auch wenn die Schinken noch aus Pappe waren, gaben Exponate wie ein riesiger Weißkohl den Berlinerinnen und Berlinern Hoffnung auf eine Zukunft ohne Hunger. Während der Blockade versorgte die Luftbrücke die Messe mit Waren.

Internationalisierung und Automatisierung

Mit den Jahren wurde die Messe immer internationaler. 1951 nahmen die Niederlande als erster ausländischer Aussteller teil. Eine wichtige Rolle spielten die West-Alliierten: Die USA beteiligten sich 1967 mit einem Westerndorf. 1985 bauten sie die Golden Gate Bridge in den Messehallen nach. Die Briten richteten einen britischen Supermarkt ein. Doch auch die Automatisierung in der Landwirtschaft war ein wichtiges Thema und zeigte sich durch Erfindungen wie die erste vollautomatische Melkmaschine. Einen erneuten Aufwind erfuhr die Messe durch den Fall der Mauer. Einige DDR-Bürgerinnen und -bürger sahen auf der Messe zum ersten Mal Südfrüchte wie Ananas. 2002 konnten Paare in der Blumenhalle heiraten.

Heute nimmt in Halle 26a eine Hochzeitskusche von 1900 die Gäste mit in die Vergangenheit – gegenüber einem Traktor mit mannshohen Rädern. So kommen Geschichte und Gegenwart zusammen.

Landmaschinen von damals und heute flankieren die Ausstellung zu 100 Jahre Grüne Woche.

Eine Ausstellung zeigt die Geschichte der Grünen Woche in Bildern.

Autor*in:Judith Jenner

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