Veranstalter:
Messe Berlin
Grüne Woche
15-24 Jan 2027
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Von Marokko bis Madagaskar: Afrikas Vielfalt auf der Grünen Woche

Tee, Kalligrafie und eine virtuelle Reise nach Madagaskar: Die Grüne Woche macht Afrika mit allen Sinnen erlebbar. Aussteller schaffen kulturelle Vernetzung und Verständnis für globale Zusammenhänge.

Zwölf kunstvoll verzierte bunte Teegläser warten darauf, gefüllt zu werden. Brahim Saki sitzt lächelnd auf einem niedrigen gelben Sofa. Normalerweise arbeitet er bei der marokkanischen Botschaft in der Kulturabteilung. Während der Grünen Woche wird er für zehn Tage zum Zeremonienmeister. Täglich zwischen 10.00 Uhr und 10.30 Uhr können die Messegäste in Halle 18 bei der Teezeremonie von Brahim Saki dabei sein.

Zwischen Teegläsern und Gastfreundschaft

Aus etwa 40 Zentimetern Entfernung gießt er Grüntee mit frischer Minze aus einer metallenen Kanne mit Ornamenten in die Gläser. Dieses hohe Einschenken ist weniger Zeichen von Können, es dient dazu, den Tee zu belüften und einen feinen Schaum zu erzeugen, der als Qualitätsmerkmal gilt. Das Servieren von Tee gilt in Marokko als Akt des Respekts und der Gastfreundschaft. „Es wird eigentlich jeden Morgen und jeden Nachmittag Tee getrunken“, sagt Brahim Saki. Er selbst lebt schon seit mehr als zehn Jahren in Deutschland und verrät mit einem Zwinkern: „Ich trinke inzwischen auch sehr gern Kaffee.“

Was mit einem Getränk beginnt, öffnet zugleich den Raum für Austausch und gegenseitiges Verstehen. Viele Messegäste kommen auf Brahin zu. Sie kennen ihm aus dem vergangenen Jahr oder wollen sich austauschen, weil sie selbst arabische Wurzeln haben. Kultur zeigt sich auch in Sprache, Schrift und Symbolen: Vor dem kleinen Pult des Kalligrafie-Künstlers Abdelaziz Bachari hat sich eine Schlange gebildet.

Kunstvolle Schrift als Botschaft der Verbundenheit

Besucherinnen und Besucher schreiben ihre Namen in lateinischer Schrift auf einen weißen Papierblock. Abdelaziz überträgt sie ins Arabische und verwandelt sie in kunstvolle Kalligrafie voller Schwünge und Ornamente. Auch seinen schwarzen Mantel hat er an den Säumen mit Schrift verziert. In goldenen Lettern steht dort: „Wenn mein Ursprung aus Erde ist, dann sind alle, die auf der Erde sind, meine Verwandten.“

Diese Botschaft von Verbundenheit und gemeinsamer Herkunft reicht über Kunst und Kultur hinaus – sie verweist auf globale Zusammenhänge und gemeinsame Verantwortung. Wie konkret diese aussehen kann, zeigt sich am Stand des Bundesministeriums für wirtschaftliche Zusammenarbeit und Entwicklung (BMZ) in Halle 7.2.

VR-Reise nach Madagaskar: Folgen des Klimawandels

Mit VR-Brille und Kopfhörern geht es auf eine Reise nach Madagaskar: Zebu-Züchter Jacky aus Toliara erzählt, dass er seine Herde immer weitere Strecken treiben muss, um Wasserquellen zu finden. Dorfbewohnerinnen und -bewohner graben auf der Suche nach Trinkwasser tiefe Löcher in den Boden, weil der Fluss Fiherenana nördlich von Toliara ausgetrocknet ist. Landwirtin Festine gehört zur Gruppe der „Migranten aus dem Süden“. Sie erzählt: „Wo wir herkommen, hat es manchmal drei bis vier Jahre nicht mehr geregnet.“ Landwirtschaft zu betreiben ist dort unmöglich.

Das Video zeigt wie der Klimawandel die Menschen vor Ort beeinflusst. „Unser Ziel ist es, die Menschen zu sensibilisieren“, sagt Alexander Schumski vom BMZ. Während er eine etwa 20 Zentimeter lange Kakaoschote aufschneidet, erklärt er, dass ein Großteil der Kakaobohnen in unserer Schokolade aus Cote d´Ivoire stammt und was jede einzelne Person tun kann, um die Lebensbedingungen der Kakaobäuerinnen und -bauern zu verbessern, natürliche Ressourcen und Biodiversität zu schützen und den nachhaltigen Anbau und die Vermarktung von Kakao zu fördern.

Brahim Saki bei der Teezeremonie am Marokko-Stand in Halle 18

Brahim Saki bei der Teezeremonie am Marokko-Stand in Halle 18

Autor*in: Ninja Priesterjahn

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