young generation hub: Berufe entdecken und Geschicklichkeit trainieren
Von A wie Agrarwirtschaftlich-Technischer Assistent bis Z wie Zimmerer reicht die Auswahl an Berufen im young generation hub. Viele Stationen können ganz praktisch selbst ausprobiert werden.
Es braucht etwas Fingerspitzengefühl, bis die Schweißnaht richtig sitzt. Eine VR-Brille zeigt den Verlauf an, die Umstehenden fiebern über den Bildschirm mit. Am Stand des Gleisbauers und Bahninfrastrukturdienstleisters Spitzke erfahren Jugendliche, welche Ausbildungsberufe das Unternehmen anbietet. Tom und Marvin sind im dritten Lehrjahr zum Baugeräteführer. Sie schweißen zwar keine Schienen zusammen wie ihre Kollegen. Aber wenn an einer ihrer Maschinen etwas kaputt ist, reparieren sie es selbst, zur Not auch mit dem Schweißgerät. Gute Noten in Mathe und Physik sind in ihrem Job von Vorteil. Was ihnen Spaß macht: Der Umgang mit den Maschinen und viel draußen zu sein.
Mehr als 80 Berufe können Jugendliche im young generation hub in Halle 2.1 noch bis Freitag entdecken. Zu den Ausstellern gehören Unternehmen und Innungen, aber auch Ausbildungseinrichtungen wie der Lehrbauhof. Jeder Stand bietet eine Mitmachaktion an. Bei der Schornsteinfegerinnung können die Schülerinnen und Schüler auf einer Slackline ihren Gleichgewichtssinn trainieren und sich im Besenbinden üben. Die S-Bahn-Berlin hat einen Fahrsimulator mitgebracht. Bei der Bundeswehr wird an einer Trainingspuppe Reanimation geübt. Gartenbauer pflastern einen Weg.
Geduld und Geschicklichkeit
Am Stand des Bauunternehmens Porr erwartet die Jugendlichen eine besondere Challenge: Mit einem Elektro-Bagger soll ein Bolzen in ein Rohr versenkt werden – gar nicht so einfach. Trotzdem ist die Schlange lang. „Wir wollen die Baubranche für junge Menschen attraktiv machen“, sagt der Kaufmännische Regionalleiter Spezialtiefbau, Markus Schwarz. Eine Ausbildung wie beispielsweise zum Spezialtiefbauer biete viele Entwicklungsmöglichkeiten – bis hin zum Bauleiter. „Auf Veranstaltungen wie diesen versuchen wir auch Mädchen zu begeistern. Viele Maschinen werden inzwischen per Touchscreen gelenkt. Körperliche Kraft ist keine Voraussetzung mehr für die Arbeit am Bau“, so Schwarz.
Balász, Jake und Paul aus Pankow haben sich extra bei dem noch größeren Baufahrzeug von Gottlieb Tesch Kanal- und Rohrleitungsbau angestellt. Sie haben bereits bei den Konstruktionsmechanikern um die Wette Schrauben und Muttern eingeschraubt. Balász würde gerne Polizist werden, Jake vielleicht Tischler. Auch Solina, Philine und Karlotta haben das Mutter- und Schrauben-Spiel ausprobiert. Zu ihren Traumberufen – Ärztin, Psychologin, Sportmoderatorin – haben sie allerdings beim young generation hub nur wenig Informationen gefunden, wobei auch verschiedene Studiengänge vorgestellt werden.
Jeden Tag um 13 Uhr gibt es im young generation hub eine Podiumsdiskussion. Am Montag beispielsweise sprach sich Berlins Arbeits- und Sozialsenatorin und Schirmherrin Cansel Kisiltepe für die Einrichtung eines Azubi-Werks nach dem Vorbild des Studierenden-Werks aus, vor allem um günstigen Wohnraum zu schaffen. Denn der Wohnungsmarkt schreckt viele junge Menschen ab, eine Ausbildung in Berlin zu machen – zum Nachteil der ortsansässigen Wirtschaft.

Berlins Arbeits- und Sozialsenatorin Cansel Kisiltepe ist Schirmherrin des young generation hubs.