Veranstalter:
Messe Berlin
Datum der Veranstaltung:
16-25 Jan 2026
Grüne Woche
16-25 Jan 2026
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Von Ananasfaser bis Ingwer-Schokolade: Startups gestalten die Zukunft auf der Grünen Woche

Innovative Ideen für morgen: Bei den Startup-Days zeigen junge Unternehmen, wie aus Reststoffen neue Produkte, aus Mikroorganismen Proteine und aus Visionen marktfähige Lösungen werden.

Wie lässt sich verhindern, dass die Reststoffe von Ananaspflanzen verbrannt werden? Können Proteine auch aus Mikroorganismen hergestellt werden? Und wie schmeckt ein Ingwer Shot in Form einer Schokoladentafel? Bei den Startup-Days der Grünen Woche wird wieder deutlich, wie viele kluge Köpfe sich Gedanken um die Zukunft der Land- und Ernährungswirtschaft machen. Zehn Unternehmen aus der Agtech- und Foodbranche präsentieren auf der Ausstellungsfläche rund um die Grüne Woche Bühne in Halle 27 ihre innovativen Geschäftsideen.

Die Startup-Days sind ein unverzichtbarer Bestandteil der Grünen Woche und finden in diesem Jahr bereits zum achten Mal statt. Am Mittwoch, 21. Januar um 15.00 Uhr sprechen Katharina Schrapers von PerformaNat, Maria Palmieri von ZukunftGründen und Ursula Braunwell, Präsidentin des Deutschen LandFrauenverband e. V. unter dem Titel GrünerFemaleLeadership über Gleichberechtigung versus Realität in der Landwirtschaft. Ein besonderes Highlight ist der Startup-Preis, der in Kooperation mit der Andreas-Hermes-Akademie und der Rentenbank am Mittwochabend im Rahmen des Netzwerktreffens auf der Bühne im ErlebnisBauernhof in Halle 3.2 verliehen wird.

Beflügelt durch den Startup-Preis

„Wir haben diesen Preis im vergangenen Jahr gewonnen und das hat uns einen guten Push gegeben“, sagt Janosch Thomsen, CCO von ValueGrain. Das Unternehmen aus Hamburg hat die Jury mit einer Technologie überzeugt, die Biertreber aus Brauereien zu einem flüssigen Mehl verarbeitet. ValueGrain kann bis zu 35 Prozent herkömmlicher Mehle wie Weizenmehl in Produkten wie Brot, Nudeln, Pizza oder Keksen ersetzen und als Hauptbestandteil von Fleischalternativen verwendet werden. Im Interview auf der Bühne verriet CEO Tim Gräsing am Dienstag, dass ValueGrain aktuell mit IKEA zusammen ein Hotdog-Brötchen entwickelt. In zwei Wochen geht es für ValueGrain auf Einladung der Außenhandelskammer nach Japan.

Auch in diesem Jahr mangelt es nicht an vielseitigen innovativen Konzepten: Das Biotechnologie-Startup Micro Harvest präsentieren neue Wege der Proteinherstellung aus natürlichen Mikroorganismen und Nebenströmen der Landwirtschaft, während Merit Ulmer-Kasak erklärt, wie sie mit eco:fibr pflanzliche Reststoffe der Ananas zu Fasern für Bau, Verpackung und Papier weiterverarbeiten möchte. „Allein in Costa Rica fallen jährlich über viereinhalb Millionen Tonnen Ananaspflanzenreste an, die in der Regel verbrannt werden“, erzählt sie. Gordi Finger aus Hamburg hat mit dem Ingwer Shoc eine Tafel entwickelt, die vom Geschmack an einen Ingwer Shot erinnert. „Ich fand seinen Vortrag wahnsinnig sympathisch. Man merkt, dass es ein Herzensprojekt ist und ich glaube, dass Gordi sich auch gut als Personenmarke verkaufen könnte“, sagt Janosch Thomsen, der als Vorjahressieger in der Jury für den Startup-Preis sitzt.

Miss Mineva´s knallharte Analyse

Alle zehn Unternehmen, die ihre Geschäftsideen in Drei-Minuten-Pitches auf der Bühne präsentieren, erfüllen mindestens eines der 17 UN-Nachhaltigkeitsziele. Mit dabei sind autonome Feldroboter und Biosensoren, die Unkrautbekämpfung und Düngung präziser und nachhaltiger machen, ebenso wie ein vollelektrischer Traktor mit modularer Energieversorgung. Die erste Pitch-Runde fand bereits am Dienstag statt. Besonders beeindruckt war die siebenköpfige Jury von Minever Zevker aus Bielefeld. Mit Miss Mineva´s hat sie ein alltägliches Problem in eine Innovation verwandelt: Auf Basis der Jahrhunderte alten Tradition des Fermentierens hat sie mit modernen Ideen ein Suppenpulver für die schnelle Zubereitung herstellt, das Ballaststoffe und pflanzliche Proteine enthält und dabei vegan, frei von künstlichen Zusätzen, Industriezucker und Palmfett ist. „Die Präsentation fand ich unglaublich stark und bin auch beeindruckt, wie knallhart sie den Wettbewerb analysiert hat“, sagte Kirsten Müller, Jury-Mitglied und stellvertretende Bereichsleiterin der Rentenbank.

Am Mittwoch haben die Besucherinnen und Besucher um 13.30 Uhr noch einmal die Chance, die Pitches auf der Grüne Woche Bühne in Halle 27 live mitzuerleben, alle Unternehmen kennenzulernen oder auch in den Dialog mit den Austellern der Themeninsel Zero Waste zu treten.

Messestand von Miss Mineva mit fermentierten Lebensmitteln auf der Grünen Woche Startup-Days 2026, zwei Frauen im Gespräch, eine steht hinter dem Tisch mit Produkten, die andere davor.

Miss Mineva, eines der Finalisten-Startups des Grüne Woche Startup-Days 2026.

Autor*in:Ninja Priesterjahn

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