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15-24 Jan 2027
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Zwischen Teddybär und Kiwibeere: Tradition lebt in Mitteldeutschland

Von gestopften Kuscheltieren, Unterwegs-Keksen und Kiwibeeren: In Thüringen, Sachsen und Sachsen-Anhalt führen junge Menschen traditionelle Familienunternehmen in die Zukunft.

Das Tier soll „Pingu“ heißen. Die kleine Nele schaut aufmerksam zu, wie ihre Mutter die Geburtsurkunde für ihren neuen Plüschpinguin ausfüllt. Geburtstag: 18. Januar 2026, Besitzerin: Nele, Geburtsort: Berlin – oder sollte es heißen: Thüringen, Halle 20, Stand 242?

Bei der Martin Bären GmbH aus der Spielzeugstadt Sonnenberg können Kinder und Erwachsene bis einschließlich Montag, 19. Januar von 10.00 bis 18.00 Uhr ihr eigenes Kuscheltier stopfen. Zur Auswahl gibt es fünf verschiedene Teddybären, einen Waldkauz, der in Zusammenarbeit mit dem Thüringer Wald entstanden ist, Hund, Katze, Wolf, Schildkröte, Fledermaus und den Pinguin, den Nele sich ausgesucht hat.

Wenn Kinder ihr Kuscheltier selbst erschaffen

Die Kinder schieben die Stopfwatte entweder mit dem Finger oder einem Stopfholz in den Stoff, danach reichen sie ihr Werk Sina Martin, die es mit geschickten Stichen zunäht. Die Firma Martin Bären wurde 1924 von Sinas Ururgroßvater Albin Martin gegründet. „Ich habe schon mit drei Jahren in ein Poesiealbum geschrieben, dass ich sie mal übernehmen möchte“, sagt Sina. Sie hält Nele den Faden inklusive Pinguin hin und sagt: „Du kannst die Nabelschnur jetzt durchschneiden.“ Abschließend wird der frisch geborene „Pingu“ mit einer Küchenwaage gewogen und das Geburtstsgewicht von 12g in den „Kuschelpass“ eingetragen, den Nele mitnehmen darf. „Es hat so etwas Selbstermächtigendes, wenn die Kinder selbst entscheiden, wie ihr Kuscheltier gefüllt sein soll, und sie lernen das Handwerk dahinter kennen“, sagt Sina Martin.

Von Klößen, Kiwibeeren und schnellen Nudeln

Direkt neben den Martin Bären schnitzt der Zwerwlschnitzer Verein aus Nadelbaumstämmen Kloßwerkzeug, das dabei hilft, den Teig für die berühmten Thüringer Klöße luftig zu schlagen. Besucherinnen und Besucher können außerdem Thüringer Trüffel probieren oder Erfurter Brunnenkresse. Ein paar Schritte weiter, in Sachsen, gibt es Kiwibeeren Glühwein aus Kiwibeeren, sächsischem Apfelwein und erzgebirgischen Gewürznuancen – oder alkoholfrei mit Apfelsaft (Halle 21b/287). Werner Merkel begann zu DDR-Zeiten mit der Zucht und Selektion von Kiwibeeren. Heute führt sein Enkel Richard Hamann die Gärtnerei Kiwiri in Niederwiesa fort. Kiwibeeren können auch auf Balkonen und Terrassen im Topf angebaut werden. 

Ebenfalls in Sachsen steht der erste Nudelautomat Deutschlands (Halle 21b/282). Er ist gefüllt mit Nudel und Soßen der Teigwaren Riesa GmbH, darunter Nudeln mit Champignonsauce, Carbonara Art oder Tomatensoße mit Orange. Die ausgewählte abgepackte Portion wird direkt im Automaten erhitzt. „Nach maximal drei Minuten hat man sein Nudelgericht, wir bieten das für diverse Unternehmen an, in denen die Menschen im Schichtdienst mit Nachtschichten arbeiten“, sagt Odette Lamkhizni von New Age Food.

Süße Stärkung aus Sachsen-Anhalt

Wer nun noch eine Pause braucht, setzt sich am besten mit einem Baumkuchen der Firma Hennig (23/229) ins Anhalter Café in Halle 23b. Wer noch ein bisschen weiterlaufen möchte, schnappt sich die gefriergetrockneten Fruchtsnacks mit Superfoods von Nutripur (23/245) oder die Unterwegs-Kekse der Traditionsmarke Wikana (23/244). Das 120 Jahre alte Unternehmen hat in diesem Jahr einen neuen Keks im Angebot: Den Pittiplatsch Knusperkeks, der von Pittiplatsch und dem Sandmännchen in Kuscheltierform am Stand präsentiert wird.

Eine Frau und ihr Kind spielen mit einer Kuscheltier-Feldermaus.

Familien können in der Thüringenhalle ihre eigenen Kuscheltiere stopfen.

Autor*in: Ninja Priesterjahn

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